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Erwartungsmuster nach der Geburt

Neurosen und Lebensängste verhindern

Innerhalb von einer halben Stunde nach der Geburt sollten eine Reihe von speziellen Erwartungen erfüllt werden, die das Neugeborene zwecks Anbindung an die Erfahrungen in der Mutter unbedingt benötigt. Jede nicht erfüllte Bestätigung hinterlässt einen unter normalen Umständen lebenslang wirksamen Mangel, der über bestimmte Wege kompensiert werden muss.

1. Hören der Mutter
Die Mutterstimme bindet das Neugeborene an seine Bezugsperson zurück. Spricht die Mutter nicht mit ihrem Kind, bildet sich eine Übersensibilität gegenüber Fremden und eine übertriebene Vorsicht aus.

2. Wärme der Mutter
Der Wärmekontakt verhindert nicht nur die Auskühlung, sondern verbindet die bekannte Wärme mit einem spezifischem Geruch. Wird das Kind nicht auf den Bauch der Mutter gelegt, neigt das Kind später zum frieren und bildet häufig einen falschen Wärmehaushalt aus.

3. Riechen der Mutter
Das Kind identifiziert die Mutter durch ihre spezifischen Aromatika (Duftstoffe) und erkennt damit später sicher ihre Bezugsperson. Unterbleibt die Fixierung durch den Geruch, fehlt das Gefühl der Lebensbestätigung und stellt eine existentielle Lebensbedrohung dar. Das Kind wird später kein sicheres Selbstvertrauen entwickeln und in der Kompensation nach strengen Regeln und Ritualen suchen

4. Herzschlag der Mutter
Der Herzschlag steht für den sichernden Rhythmus. Er ist der Zeitgeber für das Herz, die Lymphe und die Atmung. Unterbleibt diese Rückbindung, sucht der Mensch nach wiederkehrenden rhythmischen Strukturen und versucht künstliche Rhythmen (z.B. bassintensive Musik) zu erzeugen.

5. Brust der Mutter
Die Brust ernährt das Kind nicht nur, sondern vermittelt lebensbestätigende Impulse an den Säugling weiter. Hier spiegelt sich die emotionelle Zuwendung der Mutter zum Kind. Säuglinge, denen der freie Zugang zur Brust verwehrt wird, leiden oft unter chronischer Lebensangst und verharren in Depressionen aufgrund der fehlenden emotionellen Bindung. Diese Menschen entwickeln eine ausgeprägte Selbstkritik und bestimmen ihr Selbstbild im Außen. Die betroffenen Jungen entwickeln darüber hinaus eine Schwäche für Brüste und suchen ihre Partnerinnen nach dem nicht erfüllten Muster der Mutter aus, um es nachträglich zu erfüllen.

6. Ansprache durch die Mutter
Das gesprochene Wort führt im Neugeborenen zur Ausbildung einer gesicherten und geschützten Kommunikation, in der es sich geborgen fühlt. Spricht die Mutter nicht mit dem Neugeborenen, entwickelt der Mensch ein dominantes Streben nach Anerkennung und Schutz im Tun mit Übergeordneten.

7. Tragen des Kindes
Durch das rhythmische Tragen erlernt der Säugling die räumliche Wahrnehmung. Wird der Neugeborene nicht getragen, kann sich eine hohe Sensibilität und Extrovertiertheit entwickeln. Dieser Mensch sucht lebenslang Unterstützung von anderen (Wunsch nach Getragenwerden) und hat Angst vor Raum- und Prozessänderungen.

8. Ablegen des Kindes
Durch die Äußerungen (Schreien) prägt sich das Alarmsystem (Psyche) des Kindes. Hier lernt es, wie intensiv es sich mitteilen muss, um die Zuwendung zu erhalten, die für es lebensnotwendig ist. Das Schreien wird später durch andere Formen des "auf sich aufmerksam machen" abgelöst und mündet häufig in die Abfolge: Aufbegehren (Warum nimmt mich denn niemand wahr?) - Selbstmitleid - Depression.


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