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Krankheiten

Hinweise auf Mangel

Wenn man sich mit Krankheit beschäftigt, stellt man fest, dass dieses Phänomen im Prinzip nur beim (zivilisierten) Menschen, beim domestizierten (unfreien) Tier und bei der manipulierten Pflanze auftritt. Alle anderen Lebensformen haben zwar auch mit Störungen zu tun, aber weder in dem Umfang, noch in dieser Mannigfaltigkeit. Überall dort, wo der Mensch seine Finger im Spiel hat, produziert er mehr Probleme als Lösungen. Da es ihm sichtlich schwerfällt, den Zusammenhang zwischen dem zu sehen, was er tut und was er zurückbekommt, sucht er Lösungen nicht in sich, sondern im Aussen. Das gilt auch bei der Betrachtung von Krankheit. Es klingt zugegebenermaßen verlockend, die Ursachen bei Bakterien, Pilzen, Viren und schlechter Nahrung, fehlenden Mineralien und Vitaminen anzusiedeln, weil uns dieses Denkmuster weitestgehend von der Selbstverantwortung entbindet.
Die Anstrengungen, die vor diesem Hintergrund gegen Krankheitsbilder unternommen werden sind ebenso umfangreich wie (prinzipiell) hilf- bzw. nutzlos, da sie gegen Körpersignale gerichtet sind. Mit Ausnahme der Notfallmedizin (Ersthilfe eines im Grunde Gesunden) hat die Medizin bis heute keine Modelle geliefert, die die Probleme der chronischen Störungen lösen helfen. Wenn der oder die Betroffene nicht entscheidende Dinge erkennt und für sich ändert, mögen zwar die Signale verschwinden, nicht aber die Probleme. Der Organismus sucht sich dann neue Ausdrucksformen.
Die Medizin kann zwar immer besser erklären, was im Stoffwechsel schief läuft, aber sie kann uns nicht vermitteln, warum sich der Organismus so verhält.
Um das Wesen von Krankheit zu verstehen, sollten Störungen zunächst als ein Versuch der Selbstkorrektur aufgefasst werden, bei dem die Symptome auf unterschiedliche Prozesse hinweisen. Kann das der Störung zugrundeliegende Problem aus sich selbst heraus nicht gelöst werden, entwickelt sich ein chronischer Zustand, den wir dann Krankheit nennen. Man darf dabei aber nicht übersehen, dass die Symptome nichts mit den Ursachen zu tun haben. So wie eine Partitur nicht die Töne, sondern nur die Noten enthält, stellt das Symptom nur ein Zeichen für eine Störung dar und nicht die Störung selbst. Die Antwort auf die Frage, warum sich eine Niere, ein Herz, eine Brust oder ein Dickdarm auffällig darstellt, findet man nicht in den Organen, sondern in der Umgebung des Menschen. Die Organe zeigen nur die physiologisch messbaren Auswirkungen, die uns als Ursachen verkauft werden, sofern man unmittelbare chemische und physikalische Einwirkungen ausschließen kann. Es macht nicht wirklich Sinn, bei Magenschmerzen den Magen zu therapieren, bei Knieschmerzen das Knie zu behandeln und bei Ovarialzysten die Eierstöcke zu operieren. Die linearen Ansätze lösen keine Probleme, sondern verschieben und vermehren diese lediglich.

Die wirksame Umgebung eines Menschen schließt jene biographischen Inhalte der Kindheit mit ein, die lebensprägend, lebensfeindlich und konfliktträchtig waren, bzw. sind. Wenn diese im Wesentlichen ungeklärt bleiben, bringen sie ihrerseits die wirksamen Hintergründe über analoge Prozesse durch Symptomen zum Ausdruck. Oder anders formuliert: Ein Mensch disponiert jene Organe zur Erkrankung, deren Inhalte, Funktionen und Eigenschaften er nicht lebt oder verletzt worden sind. Die Zusammenhänge zwischen Ursachen und Wirkungen können insbesondere durch explorierende Fragen aufgedeckt werden.
Da es einfacher ist zu leiden, als etwas zu verändern,
wird sich beim Menschen im Allgemeinen und beim Kranken im Besonderen nicht viel tun.
Solange wir Symptomen mit feindlicher Gesinnung (anti . . .) begegnen - sei es schulmedizinisch oder naturheilkundlich - und darin primär bekämpfenswerte Zustände sehen, kommen wir nicht weiter, denn wer gegen Symptome kämpft, kämpft im Prinzip gegen sich selbst.

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