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Zellkommunikation

Nichts ist getrennt von einander

In einer Zelle laufen in jeder Sekunde gleichzeitig ca.100.000 verschiedenen Vorgänge ab, von denen wir nur einen Bruchteil kennen. Selbst wenn es gelänge, alle Vorgänge zu entschlüsseln, würde dieses lediglich isoliertes Einzelwissen vergrößern. Für das Verständnis des lebendigen Systems sind aber nicht seine Einzelbestandteile wichtig, sondern seine Konfiguration. Solange das Wissen um die komplexe Vernetzung fehlt, nützt das Einzelwissen wenig.

Sozialverband von Zellen
Zellen in einem Zellverband können nicht autonom leben wie Einzeller, sondern ihr Leben ist an den übergeordneten Verband gekoppelt, dem sie angehören. Damit sich ein hybrider Zellverband bildet, muss für alle Teilnehmer ein nachhaltiger Nutzen entstehen, der über Synergien den Verlust an Autonomie mehr als wettmacht.
Der bestehende Zellverband zerbricht, wenn der Nutzen durch besondere Einflüsse verschwindet. Im Verband eines Gewebes oder Organs tauschen sich Zellen aus und jeder ist über die Befindlichkeit der anderen Zelle, auch über den nichtdirekten Nachbarn, stets im Bilde. Sie kommunizieren innerhalb des Verbandes und schließen ihre Entität durch eine Grenze nach Außen hin ab. Über diese Grenze lassen sie die für sie förderlichen Dinge (Nährstoffe) durch kurzfristige Öffnung der semipermeablen (halbdurchlässigen) Membranen nach Innen und transportieren die Endprodukte Ihres Stoffwechsels über andere Kanäle nach Außen, wo sie ein anderer funktioneller Zellverband entweder weiterverarbeitet oder auf dem kürzesten Wege aus dem Gesamtorganismus transportiert (z.B. über die Haut, die Nieren oder das Darmsystem.) Was macht nun aber eine Zelle, die aus ihrem Zellverband keine bestätigenden Impulse erhält, die ihm signalisieren, dass sie nicht allein ist? Die Zelle beginnt mit einem Selbstmordprogramm (Apoptose), da sie ohne den (sozialen) Verband nicht lebensfähig ist oder sie erinnert sich an ihre Fähigkeiten als Einzeller und versucht ihr Leben durch Abkopplung von den bisherigen Regelkreisen zu retten. Das hat zur Folge, das die Zelle ihre Energieversorgung nicht mehr über die Verwertung von Sauerstoff organisiert, sondern ihren autonomen Stoffwechsel durch die Verwertung von Eiweiß sicherstellt. Sie ernährt sich vom Eiweiß ihrer Nachbarn und bildet so den Grundstein der Neoplasie, die zum Krebs führen kann, wenn der Gesamtorganismus die Not nicht wenden kann und die mutierten Zellen weiterhin von der lebensnotwendigen Rückkopplung ausschließt. Der Grund für den Krebs liegt somit nicht im betroffenen Gewebe, sondern im fehlerhaften Sozialverband des Menschen, sofern man man Strahlung und Chemikalien als Mutationsgrund außen vorlässt.

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