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Homo Sapiens

Der Homo sapiens - Ein Suchender, der nicht findet

Die Katze ist sterblich und stirbt, aber sie weiß nicht, das sie stirbt.
Der Mensch hingegen ist sterblich und stirbt, aber er weiß es.

Diese Gewissheit stellt das entscheidende Dilemma des Menschen dar, welches den Nährboden für seine zentralen Probleme liefert. Im Bemühen, diesen Tatbestand zu überwinden, ersinnt er Modelle, die ihm dabei helfen, sich der Konsequenzen des Todes zu entziehen. Bei genauem Hinsehen trifft man dabei auf zwei verschiedene Kategorien von Menschen. Die einen, die sich eingedenk ihrer konstitutionellen Beschränkungen in Demut ergeben und ihre Angst durch religiöse Haltungen kompensieren und die "Rebellen", die sich weigern, ihr Fatum zu akzeptieren.

Vertreter des Dualismus versichern uns die Unabhängigkeit des Geistes vom Körper. Die christliche Diktion lautet: Ihr seit nicht allein. Ihr seit aufgenommen in eine große Gemeinschaft. Ihr werdet beim VATER im Himmel sein . . . . aufgehoben im Schoß der MUTTER Kirche. Während wir das Jammertal durchschreiten nimmt uns der irdische Vater (Papst) an die Hand, also jemand, der nie selbst Vater ist oder sein durfte (zumindest in der Neuzeit). Die frohe Botschaft verkündet die Unsterblichkeit der Seele, unsere Wiedergeburt, die Ablösungen von irdischen Lasten usw. Hierbei ist nicht die Frage entscheidend, ob es Gott gibt oder nicht, sondern ausschließlich, ober der, der an ihn glaubt, ihm auch vertraut. Wenn dem so ist, beruht seine Existenz auf dem Fundament von bewährter Wirklichkeit (Wahrheit)

Die Rebellen aberkennen einen gestaltenden und richtenden Gott und stellen stattdessen ihren Verstand, (den sie zwar nicht verstehen, dem sie aber vertrauen, wie der Religiöse seinem Gott vertraut) über ihre Empfindungen, indem sie ihre Angst entweder durch Kunst oder durch Wissenschaft zu überwinden suchen. Die Einen lassen sich literarisch über die menschlichen Schwächen und Unzulänglichkeiten aus oder bringen ihre verbrämte Angst über Projektionen durch Skulpturen, Bilder und "Installationen" zum Ausdruck. Die Anderen suchen mittels rationeller Logik nach den vermeintlich letzten Antworten und stellen dann allerdings erstaunt fest, dass jeder Raum, den sie neu betreten, keine Antworten, sondern nur weitere Fragen aufwirft. Möglicherweise werden sie am Ende der Reise jenen Raum betreten, der am Beginn derselben stand. Ihre Medien transportieren gehaltvolle Essays von Vertretern des Materialismus über das Ende des Lebens nach den Tode, die Überwindung der Mär vom geistigen Weiterleben usw. Sie feiern die Demontage der Mythen und die Überwindung der rückständigen Religionen und präsentieren ein unspektakuläres Ende. Was bleibt ist das Nichts.
Ihre Feststellung lautet: Die Regel ist das Nichtsein; das Sein ist die absolute Ausnahme.
Wo findet nun der Rationalist und der den Mystizismus ablehnende Wissenschaftler angesichts dieser von ihm selbst geschaffenen Wirklichkeit seinen Halt und seine Zuflucht und Anerkennung? Er studiert im Schoße der Alma MATER und verdient sich seine höheren Weihen bei seinem DoktorVATER. Denn auch er fürchtet im Grunde genommen das Alleinsein genau so, wie jeder andere auch.

Unabhängig dieser Kategorien hat jeder Mensch darüber hinaus das tiefe Bedürfnis nach verlässlichen Wurzeln und sucht daher Heimat. Der Glückliche findet diese in seinem VATERLand, in dem er seine MUTTERSprache lernt.
Der Untüchtige sucht beim VATER Staat das, was ihm der eigene Vater vorenthalten hat.

Worauf deutet diese Allegorien der Eltern?

Kann es sein, dass diese genannten Institutionen im Prinzip nichts anderes sind als der Ersatz von Mutter und Vater? Liegt es daran, dass unsere leiblichen Eltern die Erwartungen der Kinder als Säuger nicht erfüllen (können)? Was sind ihre Aufgaben? Was dürfen (oder müssen) Kinder von Mutter und Vater erwarten, um erwachsen zu werden und was erleben die meisten Kinder tatsächlich hinsichtlich Sicherheit, Orientierung, Akzeptanz, Anerkennung und Vorbildlichkeit?
Was geben sie später ihren eigenen Kindern weiter?
Und schließlich: Was macht nun ein Suchender, der das nicht findet, was er zu seinem Leben braucht?